The Destiny of all Life lies within Technology


2009
Sculpture, wood
250 x 250 x 5 cm

The Destiny of all Life lies within Technology 6
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The Destiny of all Life lies within Technology 4
The Destiny of all Life lies within Technology 3
The Destiny of all Life lies within Technology 2
The Destiny of all Life lies within Technology 1

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The Destiny of all Life lies within Technology

"Technology" has become a new form of religion, in some way taking the place of ethics. People believe that all solutions to environmental problems and global warming will come from new technological developments, techniques and innovations. This would be very comforting, of course, because it would then be unnecessary for humanity to limit its consumption or change its behavior. Technocrats are the magicians, and others can only listen and must put their faith in the expert. Nevertheless, no one has yet been able to create a truly sustainable society – despite all the technical knowledge and understanding of the most complicated ecological processes, politics and the needs of the people and other species.

People hand over power to technical experts, the same way they believe in God: pray to God that the airplane does not crash and that we do not drown in Mecklenburg-Vorpommern. One always believes in technical systems and processes to find solutions; however, this also leads to new problems, because the destructiveness of each new system or process is built-in. It is odd that a business, a community or a country must learn first of all to accept that a mistake has occurred before the failure of the system is reacted to, in order to live with the consequences. An engineer or group of experts makes gigantic efforts to develop a new technology, a nuclear power station, for example. What is often absent is a department that figures out how this invention influences the environment in the long term and what might happen in an unexpected disaster.


„Technologie“ ist eine neue Glaubensform geworden, nimmt auf eine bestimmte Weise den Platz Gottes ein, weil die Menschen glauben, dass alle Lösungen gegenüber Umweltproblemen und globaler Erwärmung durch neue technologische Entwicklungen, Verfahren und Innovationen entstehen. Das wäre natürlich sehr komfortabel, weil es dann für die Menschheit unnötig wäre, ihren Verbrauch einzuschränken oder Verhaltensformen zu ändern.

Technokraten sind die Magier des kleinen Mannes, der nur zuhören und den Experten Glauben schenken kann bzw. muss. Niemand ist jedoch bislang in der Lage, aus all dem technischen Wissen und Verständnis um die komplexesten ökologischen Prozesse, um Politik und um die Bedürfnisse der Menschen und anderer Spezies – so wie es notwendig wäre – eine wahrhaft nachhaltige Gesellschaft zu schaffen.

Die Menschen händigen ihre oft politisch legitimierte Macht den technischen Fachleuten aus, so wie sie an Gott glauben: Gebe Gott, dass das Flugzeug nicht abstürzt, dass wir nicht in Mecklenburg-Vorpommern ertrinken. Für mich ist Religion so, als zöge man es vor, an die unwahrscheinlichste aller Erklärungen zu glauben, durchaus vergleichbar damit, wie technologiegläubig wir sind. An technische Systeme und Prozesse glaubt man stets, um Problemlösungen zu finden, doch dies führt auch zu neuen Problemen, denn deren Abnutzung und Zerstörung ist jeweils mit inbegriffen. Von daher ist es befremdlich, dass ein Unternehmen, eine Gemeinschaft oder ein Land zunächst erst einmal lernen muss, zu akzeptieren, dass ein Fehler aufgetreten ist, bevor auf das Versagen des Systems reagiert wird, um mit den Konsequenzen zu leben. Ein Ingenieur, eine Gruppe von Fachleuten kann riesige Anstrengungen unternehmen, um eine neue Technologie, ein Atomkraftwerk zu entwickeln. Was oft fehlt, ist jene Entwicklungsabteilung, die herausfindet, wie diese Erfindung die Umwelt auf lange Sicht beeinflusst und was in einer unerwarteten Katastrophensituation passiert. Atomarer Restmüll wird nach wie vor unabbaubar in Höhlen verstaut …

Die Menschen sind derzeit nicht in der Lage, dafür zu sorgen, dass unser Planet nicht auseinander fällt. Wir machen eher Anstalten, das Leben, so wie wir es kennen, zu zerstören. Verursacht durch ein Erdbeben und eine sich anschließende Katastrophenkaskade legte Japan mit einem Kernkraftwerk sein gesamtes Land lahm – eigentlich müssten 100 Millionen Menschen umgesiedelt werden: Jene Mutter mit ihrer kleinen Tochter, die in unserer Berliner Wohnung lebt, kommt aus Osaka, keiner direkt betroffenen Stadt, die Mutter meint aber, dort aufzuwachsen wäre für das kleine Mädchen zu gefährlich, die meisten Menschen jedoch geben sich vor Ort ihrem Schicksal hin und bekommen lieber Krebs, als die Heimat zu verlassen.